Karate - Goju Ryu
Goju-Ryu ist eine der vier großen japanischen Karate-Stilrichtungen. Ihr scheinbar paradoxer Name
Go - stark, männlich
Ju - weich, sanft, weiblich
Ryu - Schule, Weg
weist auf ihre Ursprünge hin, dem sanften chinesischen Chuan Fa (Kung Fu) und dem harten, starken Okinawa-Te.
Kennzeichnend für diese Stilrichtung sind weiche und runde Bewegungen. Von großer Bedeutung ist hier die Entwicklung der inneren Kraft. Beeinflußt durch die „richtige“ Atmung soll die eigene Energie (Chi) entwickelt und gestärkt werden.
Der Grundgedanke des Goju-Ryu Karate ist es, die innere Energie und die Atmung mit der eigentlichen Technik abzustimmen.
Auf harte Angriffe folgen weiche (ausweichende) Abwehrbewegungen. Schwache Angriffe werden mit einem starken Konter beantwortet.
Die drei Eckpfeiler des Karate sind:
- die Grundschule (Kihon)
- die verschiedenen Formen (Kata)
- und der Freikampf (Kumite)
Kata und Kumite sind Wettkampfdisziplinen.
Die Kata ist eine festgelegte Reihenfolge von Abwehr- und Angriffstechniken gegen imaginäre Gegner (Schattenkampf).
Die leichtere Version des Kumite ist das Randori. In Kampfübungsformen und lockerem Freikampf sollen neue Techniken einstudiert und geübt werden.
Historie
Karate entwickelte sich ursprünglich als waffenlose Selbstverteidigung auf Okinawa. Ein jahrhundertelanges Waffenverbot ließ zahlreiche Schulen und Stile, die insgeheim trainiert wurden, entstehen. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde Karate der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Higaonna war Begründer und Karate-Pionier auf Okinawa. Sein bester Schüler Miyagi Chojun entwickelte den Stil weiter, und stellte 1935 Goju-Ryu als neuen Stil vor.
